Ein wahres Fest für Flötenmusikbegeisterte, war das Flötenfestival „Am Puls der Flöte“ vom 29. April bis 1. Mai in der Landesmusikschule Vöcklabruck.

Als ausgelassen, lustbetont, freudvoll, und mit Spannung abwartend auf musikalische Begegnungen, kann die Stimmung, die beim Festival herrschte, wohl am besten beschrieben werden.

Flötistinnen und Flötisten aus ganz Österreich kamen, um sich bei Vorträgen und Workshops rund um die Flöte, Neuen vielleicht auch Unbekannten, aber auch in Altbewährten weiterzubilden bzw. bestätigt zu fühlen. Ganz im Zeichen am Puls der Zeit - am Puls der Flöte, war der Inhalt dieses Flötenfestivals nicht nur mit klassischen Impulsen, sondern hauptsächlich mit Gegenwartskunst befüllt. Zeitgenössische Musik, Jazz, Beatboxing, spezielle Sounds und Spieltechniken auf diesem Instrument standen im Zentrum. Insgesamt 8 Konzerte, jedes für sich etwas ganz Besonderes, rundeten dieses Festival ab.

Am Sonntag, den 1. Mai 2011 war die Uraufführung des oö. Komponisten Christoph Herndler ein besonderes Highlight, welches es in Oberösterreich in dieser Form für Flöten noch nie zuvor gegeben hat. Das Auftragswerk des Landesmusikschulwerkes - gefördert vom Land OÖ / Direktion Kultur - "Musik für Flöten „SPEED UP, SLOW DOWN“ für 4 – 40 Flöten", wurde von Schülern und Musikpädagogen des OÖ. Landesmusikschulwerkes in Workshops mit dem Komponisten studiert und erarbeitet. Dem Stück liegt keine traditionelle Notation zugrunde. Herndler: „Die Notation ist keine standardisierte, d.h. die das Ergebnis fixiert. Es steht kein Rhythmus dort in dem Sinn, es stehen keine Tonhöhen dort, sondern es stehen nur Angaben dort, wie sich ein Ding, das man vorher gemacht hat verändern soll, damit es zum Nächsten kommt.“ Dieses Werk sollte den Ausführenden und auch den Zuhörern neue Horizonte, im Sinne von neue Denkansätze eröffnen, und auch Fragen aufwerfen wie z.B., was ist Musik und was kann Musik alles sein.

Eine weitere Uraufführung konnte man im Konzert „Andere Gesänge“ mit Francesca Canali - eine bemerkenswerte aus Italien stammende Flötistin - hören. Michael Hazod ebenfalls ein oö. Komponist und Musikpädagoge schrieb für Fr. Canali das Solostück "RLUNG – WIE EINE FEDER IM WIND" für Flöte und Stimme. Somit stellte die Flötistin einen klaren Bezug zu ihrem Vortrag und Workshop her. Titel des Konzertes, „Andere Gesänge“. Canali:“ Nicht weil es anders sein will, sondern weil es immer wieder anders – mit und ohne Flöte – singt, ob in der „romantischen“ Art eines Mendelssohn oder Schumann, oder „al la Opera Italiana“ wie es Verdi verlangt oder in verschiedenen Ausdrucksweisen unserer Zeit, wie es neue Musiken von Balduin Sulzer oder Michael Hazod unterschiedlich forden.“ Sie konnte ihr Konzertpublikum mit ihrem italienischen Charme und ihrer Stimme begeistern.

Tilmann Dehnhard ein international gefragter Jazz Flötist aus Berlin, zeigte seinen flötenden Workshopteilnehmern Beatboxing auf der Flöte. Er verwöhnte sein Konzertpublikum mit ungewöhnlichen Sounds und Effekten. Im Anschluss des Konzertes nutzte das Publikum noch die Möglichkeit Dehnhard im persönlichen Gespräch kennen zu lernen.

Der Workshop und das Konzert „The ART of Pan“ rückte die Panflöte in den Vordergrund. Ulrich Herckenhoff, bekannt durch seine Oskar prämierten Filmmusikeinspielungen, zeigte auf dem Instrument eine bemerkenswerte virtuose Spieltechnik. Gemeinsam mit den Panflötenschülern der OÖ. Landesmusikschulen wurde ein vielseitiges Konzertprogramm geboten.

Während des Festivals fand außerdem auch ein Harfenworkshop mit Monika Stadler in der Musikschule statt. Sie schaffte es mit den teils auch folkloristischen Eigenkompositionen und ihrem Gesang, das Konzertpublikum zu verzaubern.

Das OÖ. Landesmusikschulwerk bietet seinen jungen, talentierten Nachwuchsmusikerinnen ein spezielles Förderprogramm, genannt Junior Akademie für Begabtenförderung. Am Sonntag erhielten diese Flötenschüler die Möglichkeit mit einen wahrhaftigen „Meister“ auf der Flöte - Karl-Heinz Schütz- 1. Soloflötist bei den Wiener Symphonikern und ab Dez. 1. Soloflötist bei den Wiener Philharmonikern, in einem „Meisterkurs für kleine Meister“ Tipps und Anregungen zu bekommen. Mit seiner jungen dynamischen, ruhigen und sehr gewinnbringenden Art, konnte er den Schülern viele musikalische Tipps und technische Hilfestellungen weitergeben.
Ein fulminanter und krönender Abschluss war das Flötenrecital von Karl-Heinz Schütz, in dem er seinem Publikum gleich zwei musikalische Blumensträuße überreichte.
C. Delaney „…and the strange, unknown flowers…“ kombiniert mit F. Schubert „Introduktion, Thema und Variationen über das Lied „Trockene Blumen“ bildeten ein wunderbares Bouquet. Ein Konzertabend der besonderen Art, der nicht nur die die Herzen berührte, sondern mit Sicherheit auch beflügelt in weitere Flötenfestival – Sphären abzuheben.

Rückmeldungen der Besucher des Flötenfestivals:
- Endlich ausgetretene Pfade verlassen und Grenzen überschritten zu haben!
- Herzlichen Glückwunsch allen Sped up, slow down – Beteiligten!
- Super unglaubliche ,interessante, abenteuerliche Impulse- lehrreich und unentbehrlich für die Fantasie und musikalischen Weiterentwicklung!
- DANKE! Organisation – Umfeld (Aussteller) – Layout –TOP!
- Tolle Konzerterlebnisse!
- Herzliche Gratulation, sehr ansprechend und einladend!

Letzte Änderung: 15.05.2011

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